Dinge, die dir keiner über Almaty sagt (und die ich auf die harte Tour gelernt habe)
ich habe drei wochen in almaty verbracht und hier sind die dinge die mir keiner gesagt hat - nicht der reiseführer, nicht der blogger, nicht mal der typ im hostel der angeblich alles wusste. also los.
Q: Ist Almaty wirklich so günstig wie alle sagen?
A: Kommt drauf an. Die Miete ist absurd billig - eine gute 1-Zimmer-Wohnung im Zentrum kostet etwa 250 Euro. Aber importierte Sachen wie Käse oder Wein kosten das Doppelte von Deutschland. Und Taxis? Billig, aber nur wenn du die App Yandex Go benutzt, sonst wirst du abgezockt.
Q: Wie schlimm ist die Sprachbarriere?
A: Ohne Russisch oder Kasachisch bist du aufgeschmissen. In den Läden und auf der Straße spricht kaum jemand Englisch. Ich habe drei Tage gebraucht, um zu lernen, wie man 'Brot' auf Russisch sagt (хлеб). Die jungen Leute in Cafés können oft ein bisschen, aber das war's.
Q: Was ist der größte versteckte Nachteil?
A: Die Luftverschmutzung im Winter. Almaty liegt in einem Tal, und die Kohleheizungen machen die Luft richtig dick. Ich hatte nach zwei Tagen Husten. Lokale haben mir gesagt, sie tragen im Januar oft Atemmasken. Das steht in keinem Reiseführer.
Q: Wie ist die Energie der Stadt?
A: Anstrengend. Almaty hat diesen wilden Mix aus postsowjetischer Tristesse und hippen Cafés. Die Leute sind freundlich, aber reserviert. Man muss sich die Nähe erst verdienen. Nach einer Woche fühlte ich mich wie in einem schlecht geölten Getriebe - alles läuft, aber mit Reibung.
Also, was mich am meisten überrascht hat: Die Berge. Man sieht sie von überall, aber man denkt nicht, dass man nach 20 Minuten Busfahrt mitten im Nationalpark ist. Ich bin an einem Sonntag einfach losgelaufen und stand plötzlich vor einer dieser riesigen sowjetischen Mosaiken aus den 70ern - total verlassen, aber atemberaubend. Ein lokaler hat mir später erklärt, das war ein altes Pionierlager. Heute wuchert alles zu. Solche Momente gibt es hier ständig.
Und das Essen. Die Leute reden immer von Plov und Lagman, aber keiner warnt dich vor der Menge. In jedem Restaurant bekommst du eine Portion, die für zwei reicht. Ich habe nach drei Tagen aufgehört, zu bestellen, was ich schaffe. Die Kasachen essen Fleisch, Fleisch und nochmal Fleisch. Als Vegetarier wäre ich verhungert, aber es gibt erstaunlicherweise viele koreanische Gerichte - Almaty hat eine große koreanische Community, und das Kimchi hier ist besser als in Seoul, ehrlich.
Noch ein Tipp: Die Metro ist ein Kulturschock. Sie ist blitzsauber, hat Marmor und Kronleuchter - aber sie fährt nur bis 23 Uhr und die Stationen sind kilometerweit auseinander. Ich bin einmal zur falschen Zeit eingestiegen und stand in einem Meer von Menschen, die alle schweigend auf den Zug warteten. Keiner sprach, keiner schaute. Unheimlich.
Die lokalen Behörden sind übrigens sehr präsent. Überall Polizei, aber die ist meistens freundlich, solange du keinen Blödsinn machst. Ein betrunkener Typ im Park hat mich gewarnt: 'Nie nachts mit dem Handy in der Hand laufen.' Es gibt Taschendiebe, aber keine Gewalt. Ich habe mich sicher gefühlt, aber nicht naiv.
In Almaty wirst du oft nach deiner Nationalität gefragt. Nicht böse gemeint, sondern aus Neugier. Die Leute sind stolz auf ihre Stadt, aber auch ein bisschen unsicher. Sie fragen dich, ob du Almaty schön findest, und erwarten eine bestimmte Antwort. Sag einfach ja.
Die Berge verändern alles. An klaren Tagen siehst du den Tian Shan so nah, dass du denkst, du könntest sie berühren. Aber an Tagen mit Smog siehst du nichts. Die Almatyer leben mit dieser Zweiheit: atemberaubende Natur versus verpestete Luft. Sie nehmen es hin, aber sie reden nicht gern darüber.
Was mir keiner gesagt hat: Die Stadt hat eine riesige Street-Art-Szene, aber versteckt in Hinterhöfen. Ich fand ein Wandgemälde von einem Mädchen mit einem Vogelgesicht in einer heruntergekommenen Gasse - es wirkte wie ein Geheimnis. Diese kleinen Entdeckungen machen Almaty aus.
Die Hitze im Sommer ist nicht zu unterschätzen. Ich dachte, 'Kasachstan, kalt, okay.' Aber im Juli wird es 35 Grad, und die Wohnungen haben keine Klimaanlage. Man sitzt schwitzend auf dem Balkon und trinkt Ayran. Die Nächte sind dann angenehm kühl - das ist der Bergwind.
Wenn du hier lebst, wirst du schnell merken: Die Stadt ist eine Baustelle. Überall wird gebaut, neue Hochhäuser schießen aus dem Boden. Es fühlt sich an wie eine unfertige Skizze. Alte Holzhäuser stehen neben gläsernen Bürotürmen. Diese Spannung ist reizvoll, aber auch anstrengend.
Ich habe fünf Dinge gelernt, die ich nicht vergessen werde:
Die Kasachen lieben Schlangestehen. Aber nicht chaotisch wie in Indien, sondern diszipliniert. Niemand drängelt. Punkt.
Wenn dich ein Taxifahrer fragt, ob du 'Amerikaner' bist, lächle und sag 'Europäer'. Das ist diplomatischer.
Das beste Bier der Stadt heißt 'Shymkentskoye' und kostet einen Euro. Es schmeckt nach nichts, aber nach dem dritten ist es egal.
Almaty hat die höchste Dichte an Nagelstudios pro Quadratmeter, die ich je gesehen habe. Jede zweite Tür ist ein Salon. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht kasachische Verschwörung.
Die Leute hier verwenden ihre Hände viel beim Reden. Sie gestikulieren wie Italiener, aber mit ernstem Gesicht. Das verwirrt am Anfang.
Einmal habe ich in der U-Bahn eine Frau gesehen, die ein lebendiges Huhn in einer Tasche trug. Niemand hat reagiert. Alltag.
Der Jobmarkt ist schwierig, wenn du kein Russisch sprichst. Die meisten internationalen Firmen sitzen in Astana, nicht in Almaty. Viele Expats arbeiten entweder im Ölgeschäft oder als Englischlehrer. Das ist nicht für jeden was.
Ein Cappuccino im Hippster-Café kostet etwa 3,50 Euro, ein Haarschnitt beim Friseur 8 Euro, eine Monatskarte fürs Fitnessstudio 25 Euro, ein Date mit Abendessen und Getränken für zwei Personen etwa 30 Euro, eine Taxifahrt quer durch die Stadt 4 Euro.
Almaty liegt im Südosten Kasachstans, etwa 300 Kilometer von Bischkek (Kirgisistan) entfernt. Das Wetter ist extrem: im Winter bis minus 30, im Sommer plus 35. Der Frühling ist kurz und regnerisch, der Herbst golden und trocken. Die beste Reisezeit ist Mai oder September.
Eine Sache, die fast jeder falsch versteht: Almaty ist nicht die Hauptstadt. Das ist Astana (heute Nur-Sultan). Almaty war es mal, aber seit 1997 nicht mehr. Die Almatyer sind trotzdem überzeugt, dass ihre Stadt die wahre Hauptstadt ist. Widersprich nicht.
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